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Autor: jubuc, am 29.01.2016

WhatsApp gefährdet die Privatsphäre

WhatsApp gefährdet die Privatsphäre von Herrn N.

Herr N. hat ein Smartphone. Seine mobile Telefonnummer ist natürlich bei Familie, Freunden und Firmen bekannt. WhatsApp weiß “alles” über ihn. WhatsApp gefährdet die Privatsphäre, obwohl Herr N. nichts mit WhatsApp zu tun hat. Sie können sich das nicht vorstellen? Lesen Sie hier, wie das möglich ist.

Herr N. ist nicht bei WhatsApp

WhatsApp gefährdet die PrivatsphäreViele seiner Kontaktpersonen sind bei WhatsApp, denn “man ist heute bei WhatsApp” (denken viele unkritische “Jubelnutzer”).

Herr N. ist “Normalsurfer”. Sein Smartphone hat er fürs Telefonieren und SMS, Zeitung lesen, ein paar Fotos machen, Kalender, Preisvergleiche etc. Er ist eher vorsichtig und schreibt keine umfangreichen “Profile” ins Internet, wie es z.B. bei Facebook erwartet wird. Das überlässt er den “Selbstdarstellern”. Aber es ist unvermeidbar, dass etliche andere Smartphone-Nutzer Infos über ihn gespeichert haben:

  • Seine Anschrift ist bekannt, z.B. bei Bekannten, die ihn mit der Navigations-App besuchen, bei Firmen, die ihm etwas liefern.
  • Seine E-Mail-Adresse ist bekannt. Das ist privat und beruflich wichtig. Natürlich auch seine Telefon- und Faxnummern.
  • Mit seiner Bankverbindung ist Herr N. sehr vorsichtig, trotzdem gibt es Personen, die ihm gelegentlich etwas überweisen, z.B. aus seinen Ebay-Verkäufen als Sammler.
  • Was Herr N. nicht weiß: Ein Mitglied seines Vereins hat seine Mobilnummer gespeichert und kommuniziert in pädophilen Kreisen.
  • Seine Gesinnungen kann man vermuten, wenn man seine ehrenamtlichen und seine politischen Aktivitäten kennt; seine Ansprechpartner dort haben natürlich seine Handynummer.
  • Sein Versicherungsvertreter hat Notizen über seine Gesundheit gemacht, damit er weitere Verträge anbieten kann.
  • Aus seiner “wilden Zeit” hat er einen Spitznamen, den er lieber nicht mehr oft hört, unter dem er aber noch bei alten Klassenkameraden gespeichert ist.
  • Irgendjemand kennt natürlich seinen Job, seine Position, seinen Arbeitgeber, seine Einkommensklasse.
  • Er hat ein Geheimnis, das ein Konkurrent als “Leiche im Keller” gegen ihn verwenden will, sobald sich die Gelegenheit ergibt.

Alle diese Personen haben über Herrn N. jeweils nur “Informationsschnipsel” in ihrem Smartphone, keine hat ein vollständiges Profil. Das ist gut so, darauf hat Herr N. geachtet. WhatsApp gefährdet die Privatsphäre trotz aller Vorsicht. Wer das alles weiß, kennt nicht nur Herrn N., sondern kann ihn über die “Metadaten” bestimmten Gruppen (z.B. Pädophile) zuordnen und deren Eigenschaften bei Herrn N. “vermuten”.

WhatsApp gefährdet die Privatsphäre heimtückisch

Wer sich bei WhatsApp anmeldet, braucht dafür seine mobile Telefonnummer, die genügt zur weltweit eindeutigen Identifikation.

Wer sich als neues Mitglied erstmals anmeldet, braucht etwas Geduld. WhatsApp durchsucht die Kontakte des “Neulings”, um ihm gleich zu zeigen, wer von seinen Kontakten noch bei WhatsApp ist und wer gerade online ist. Netter Service, denkt der Neuling, und kann gleich kommunizieren.

Das machte WhatsApp mit allen, die sich irgendwann angemeldet haben. Das wiederholt WhatsApp regelmäßig, denn bei den Kontakten kann sich was geändert haben. Und WhatsApp will schließlich gegenüber allen Mitgliedern diesen “Service” erbringen.

WhatsApp gefährdet die Privatsphäre, weil es immer weiß, wer wen kennt und was über die Mitglieder und ihre Kontakte wissen. Damit weiß WhatsApp “alles über jeden”:

  • alles: WhatsApp greift sich nicht nur die Telefonnummern (die würden für die Identifikation und Kommunikation genügen), sondern alle gespeicherten Informationen, auch die intimen aus seiner Privastsphäre.
  • über jeden: Vermutlich kennt jeder einen, der bei WhatsApp Informationen abgeliefert hat, direkt oder indirekt. Und alle diese Informationen sind eindeutig einer Telefonnummer zugeordnet – so stehen sie schließlich in den Kontakten.

“Alles über jeden” bedeutet: WhatsApp weiß alles über Herrn N., was Bekannte über Herrn N. wissen – obwohl der nicht bei WhatsApp ist. Und WhatsApp sammelt Informationen: Fakten, Gesinnungen, Intimitäten. Das ergibt ein umfassendes Profil eines Unbeteiligten. Und Herr N. kann nichts dagegen tun. Er weiß es nicht einmal. Er hat nichts falsch gemacht. Er kennt nur ein paar Leute, die ihn in ihren Kontakten gespeichert haben.

Die Datensammlung ist unvermeidbar, die WhatsApper werden nicht gefragt und können dieses Verhalten nicht abschalten. Kontakte liefern Herrn N. an WhatsApp aus, ohne selbst davon zu profitieren, ohne böse Absicht, vielleicht sogar ohne es zu wissen. Haben sie etwas falsch gemacht? Ja, sie haben sich bei WhatsApp angemeldet (oder von Jubelnutzern anmelden lassen), ohne sich über WhatsApps Datensammelwut Gedanken zu machen. Aber sie hätten es wissen können.

Was vielen Jubelnutzern evtl. nicht bewusst ist: WhatsApp gefährdet die Privatsphäre, zunächst die seiner Mitglieder und danach die aller Kontakte der Mitglieder. Aber ich höre schon wieder deren Selbst-Beschwichtigung: “So ist nun mal unsere Welt” und “Ich habe nichts zu verbergen” und “Mir ist noch nie was passiert”. WhatsApp gefährdet die Privatsphäre, und Jubelnutzer ignorieren das.

Anonymisierung schützt Privatsphäre, WhatsApp gefährdet die Privatsphäre

Wer seine Privatsphäre schützen möchte, findet hier Empfehlungen: Anonymisieren Sie Ihre Informationen.

WhatsApp mit seiner eindeutigen Zuordnung aller Infos zur Telefonnummer schließt jede Anonymisierung aus.

Die Vorratsdatenspeicherung betrifft nur die “Metadaten”, also die Verbindungen: Wer hat wann mit wem wie lange kommuniziert – angeblich ohne Inhalte? WhatsApp kennt die Metadaten und die Inhalte, das greift viel tiefer in die Privatsphäre als die Vorratsdatenspeicherung.

Was WhatsApp mit den Daten macht, weiß ich nicht; was WhatsApp damit machen könnte, möchte ich mir nicht vorstellen; was kriminelle Cracker damit machen könnten, auch nicht; und was bei einer “Datenpanne” passieren kann auch nicht.

WhatsApp gefährdet die Privatsphäre, aber es ist nicht alternativlos. Es gibt andere Messenger ohne diese Datensammelwut und ohne Anbindung an Facebook und USA: z.B. THREEMA wird als vertrauenswürdiger Messenger genannt. Brauchen Sie überhaupt einen Messenger? Sprechen Sie mit Ihrer Familie und Ihren Freunden über die Gefährdung der Privatsphäre. Schlagen Sie vor, nicht mehr per Chat, sondern mehr per Telefon, SMS oder E-Mail zu kommunizieren. Treffen Sie sich wieder mal persönlich!


WhatsApp gefährdet die Privatsphäre, dazu werde ich nicht helfen, zu allen anderen Kommunikationswegen gern.

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