
Als gelegentlicher Berater einiger Silbersurfer erlebe ich, dass irgendwas „es nicht mehr tut“ und ich um Hilfe gebeten werde. Wenn ich dann nach Details zur Installation frage, erlebe ich ratloses Achselzucken: „Der Händler / ein Familienmitglied / ein Bekannter hat den damals für mich eingerichtet. Der Computer hat seitdem immer funktioniert“. Bis plötzlich das „Ereignis“ eintrat, z.B.
- Vertrag: Der Doppelflat-Vertrag lief aus, nun muss DSL, E-Mail und mehr neu eingerichtet werden.
- Technik: Der Computer „stürzte ab“, die Festplatte oder ein Chip oder das Motherboard musste ausgetauscht werden. Oder ein neuer Computer löste den alten ab. Durch den Wechsel auf eine andere Software oder eine versehentliche Fehlbedienung sind Daten plötzlich weg, Texte, E-Mails, Fotos, Abrechnungen. Oder sind sie doch noch zu retten?
- Mensch: Der Nutzer selbst fällt für eine Weile aus (Reise, Krankheit) und eine Person seines Vertrauens muss Zugang zum Computer bekommen.
Das passiert glücklicherweise nicht oft im Leben des Nutzers, daher fehlt ihm die Erfahrung. Aber die Situation muss bewältigt werden, z.B. von einem Helfer. Egal wer es macht: Viele Funktionen sind durch Namen, Passwörter, Freischalt- und Registrierschlüssel gegen Missbrauch geschützt. Wenn diese Infos fehlen, klappt es nicht, der Computer lässt sich nicht “überreden” – das ist ja der Grund für die Sicherheitsmaßnahmen. Nachteile sind die Folge, z.B. wird der Neu-Kauf von Software nötig, Daten gehen verloren, Zeitaufwand für Wiederherstellung und Lernaufwand für andere Software wird unvermeidlich.
So können Sie vorbeugen:
Legen Sie einen Ordner an, mit je einer gelochte Klarsichthülle für jede Hardware, jede Software, jeden Vertrag. In der Klarsichthülle (weil Sie mit unterschiedlichen Formaten zu tun haben, die Sie oft nicht lochen können) sammeln Sie
- Kaufbelege (evtl. als Kopie der Buchungsbelege),
- ausgedruckte E-Mails mit Vertrags- und Zugangsdaten, Kunden- oder Auftragsnummern,
- CDs/DVDs mit Software und Treibern,
- Zettel mit Passwörten und -änderungen,
- Zettel Support-Adressen (Telefon-Hotline, E-Mail-Adressen, postalische Adressen), die Sie ohne Computer nur mühsam finden,
- Bedienungsanleitungen
- und was Ihnen noch in die Finger kommt.
Der Aufwand ist ähnlich, als wenn Sie ein System neu bekommen oder später neu aufsetzen. Eine detaillierte Beschreibung finden Sie hier:
Tun Sie es. Fangen Sie noch heute an! Ergänzen oder aktualisieren Sie spätere Änderungen. Irgendwann brauchen Sie es bestimmt. Es gibt nur zwei Arten von Nutzern: Die einen hatten schon so ein Problem, die anderen hatten es noch nicht.
Irritiert es Sie, dass ich Computeranwendern eine Papier-Organisation empfehle? Bewusst. Denn wenn eines dieser Ereignisse eintritt, steht vielleicht der Computer nicht zur Verfügung. Mit Papier sind Sie von technischen Hilfsmitteln unabhängig.
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