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Autor: jubuc, am 19.09.2014

Kleine Beträge bezahlen

Wir müss(t)en viele kleine Beträge bezahlen, z.B. im Internet

Viele Dienste im Internet sind kostenlos, meist werbefinanziert. Das Bezahlen kleinerer Beträge ist eher die Ausnahme – unbequem, relativ aufwändig, zu wenig spontan. Informationen werden daher oft kostenlos angeboten. Dadurch entstehen Bequemlichkeiten und Erwartungen, im Internet alles kostenlos zu bekommen.

kleine Beträge bezahlenKaufen im Internet ist natürlich nicht kostenlos. Das Internet ist “schnell”. Wer ein Produkt findet, will es möglichst schnell nutzen. Je schneller man (oft per Vorkasse) zahlt, desto schneller wird versendet, desto schneller kommt das Produkt. Die vertrauten Zahlungsmethoden sind “analog” und nicht dafür konzipiert, kleine Beträge zu bezahlen.

Vielleicht gibt es im Internet ein “Grundmisstrauen” zwischen Verkäufern (ihr Geld nicht zu bekommen) und Käufern (bei Vorkasse betrogen zu werden). “Zug-um-Zug”-Geschäfte (wie bei der Barzahlung) scheitern an der Entfernung. Vielleicht fehlt es auch an geeigneten Methoden, kleine Beträge zu bezahlen. Vielleicht befürchten Nutzer, dass “Wildfremde” ihre Kreditkarten-Nummer missbrauchen. Vielleicht bestehen grundsätzliche Bedenken gegen Homebanking. Vielleicht ist eine Überweisung zu aufwändig und zu langsam. Vielleicht werden spontane Entscheidungen durch herkömmliche Methoden “ausgebremst”.

Eine Übersicht zu den Zahlungsmethoden im Internet und zu deren Vor- und Nachteilen habe ich hier zusammengestellt: Shopping und Zahlung im Internet.

Im Internet gibt es mehrere Methoden, wie man auch kleine Beträge bezahlen kann. Aber nicht alle sind sicher und für spontane Entscheidungen geeignet. Gerade für spontane Käufe und Zahlung kleiner Beträge bleiben Wünsche offen.

Kleine Beträge bezahlen per Telefonrechnung

“Carrier Billing” ist die Berechnung (“Billing”) und Bezahlung über den “Carrier”, d.h. über den Anbieter des Telefonnetzes. Diese “unbürokratische” Zahlungsmethode kann Geschäfte im Internet erleichtern, sie wird (wenn überhaupt) für telefonnahe und Internet-Leistungen eingesetzt.

Wer z.B. beim Surfen mit seinem Smartphone oder Tablet eine kostenpflichtige App findet, kann die spontan kaufen und sofort installieren. Der Käufer kann sicher sein, dass der Betrag automatisch mit seiner nächsten Telefonrechnung bezahlt wird; der Verkäufer kann sich darauf verlassen, dass er sein Geld bekommt. Diese Zahlungsmethode kommt allerdings nur in Frage,

  • wenn der Verkäufer diese Methode anbietet,
  • wenn der Käufer beim gleichen Carrier einen Laufzeit-Vertrag oder ein Prepaid-Guthaben hat,
  • wenn die Bestellung über das Mobilfunknetz erfolgt (WLAN wird nicht über den Mobilfunk-Vertrag abgerechnet!).

Carrier Billing ist also durchaus attraktiv, steht aber nur unter bestimmten Bedingungen und nicht flächendeckend zur Verfügung. Für mich die wichtigste Einschränkung: Ich kann nicht beeinflussen, ob Carrier Billing beim konkreten Kauf möglich ist. Mehr zu dieser Methode bei teltarif.de

Es gibt natürlich auch Missbrauch. Ich habe einen Fall miterlebt, wo jemand für den angeblichen Besuch einer Sex-Seite eine Telefonrechnung bezahlen musste, die 300 Euro höher als normal war.

Vielseitiger bezahlen mit PayPal

PayPal ist die “Bank”, die zu ebay gehört. Meine Beschreibung finden Sie hier: Wie funktioniert der Zahlungsverkehr mit PayPal? PayPal ist nur für den Zahlungsempfänger gebührenpflichtig. Zahlungen können mit einer Methode abgesichert werden, die ähnlich wie mTAN beim Homebanking mit einer Transaktions-Nummer per SMS funktioniert.

PayPal ist mit ebay groß geworden, weil die Zahlung für Käufer einfach und relativ sicher ist. Auch andere Internet-Anbieter bieten inzwischen PayPal als Zahlungsmethode an. Aktuell gibt es Berichte / Spekulationen, dass PayPal von ebay abgetrennt werden soll. Damit soll die PayPal-Zahlung auch für ebay-Wettbewerber (z.B. Amazon) attraktiver gemacht werden; damit könnte PayPal noch weiter wachsen.

Wenn ich kleine Beträge bezahlen soll, suche ich vorrangig nach PayPal. Es ist ebenfalls daran gebunden, dass der Anbieter diese Methode akzeptiert. Das ist aber deutlich öfter gegeben als Carrier Billing. Ich habe z.B. auch Apps außerhalb der großen App Stores gekauft und mit PayPal bezahlt, um meine Kreditkarten-Daten nicht zu weit zu streuen.

Wie geht es weiter?

Carrier Billing und PayPal sind schnell und ohne bürokratischen Aufwand möglich. PayPal bietet einen “Käuferschutz”, der allerdings nicht sehr hoch eingeschätzt wird. Dagegen gibt es beim Carrier Billing nur indirekten Kontakt zwischen Käufer und Verkäufer (über den Carrier), der die evtl. Rückabwicklung erschwert. Die vertragliche Sicherheit des Käufers scheint bei PayPal größer zu sein als bei Carrier Billing. Zur juristischen Praxis ist mir nichts bekannt.

Die zunehmende Verbreitung von Smartphones soll genutzt werden, um kleine Beträge zu bezahlen. Die Markt-Chancen sind noch unklar. “Google Wallet” (für “Brieftasche”) war bisher nicht erfolgreich, Apples neues iPhone 6 (mit NFC-Technik) ist erst ein paar Tage im Markt. Theoretisch haben Smartphone-Techniken gute Chancen für das Bezahlen kleiner Beträge – wegen der Bekanntheit der Anbieter und wegen vieler Situationen für kleine Beträge (für Apps, Musik). Bisher hat der Markt sie noch nicht akzeptiert. Diese Methoden sind nicht eigenständig, sie benötigen als “Unterbau” Bank- oder Kreditkartenkonten (wie auch PayPal); damit ist die Anonymität von Bargeld nicht erreichbar. Und für das Bezahlen außerhalb des Internets benötigen sie z.B. neue Kassensysteme mit NFC-Technik.

Meine Vermutung: PayPal wird sich im Internet noch weiter durchsetzen, denn es ist universell und nicht auf telefonnahe Leistungen und kleine Beträge begrenzt. Es verbindet bewährte und vertraute Methoden (Bankeinzug) mit schneller Abwicklung. Wer jetzt noch kein PayPal-Konto hat, kann seine Zahlung kleiner und größerer Beträge im Internet mit Einrichtung eines PayPal-Kontos wesentlich vereinfachen.

Ich kann mir kurzfristig nicht vorstellen, dass das bargeldlose Bezahlen kleiner Beträge an Kassen sich schnell durchsetzt, dagegen sprechen die Gewohnheiten und die noch viel zu geringe Verbreitung geeigneter Kassensysteme.

Welche Hilfe Sie bei mir finden

Sprechen Sie mich an, ich helfe Ihnen gern, z.B. bei der Einrichtung und Nutzung eines PayPal-Kontos.

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