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Autor: jubuc, am 01.02.2016

IBAN die Schreckliche ist alternativlos

IBAN die SchrecklicheBanken und Europabürokraten haben es geschafft. Sie lassen jetzt auch Privatkunden manuell erledigen, was Computer viel schneller und fehlerfrei machen könnten: zweiundzwanzigstellige Nummernungetüme schreiben – IBAN die Schreckliche.

IBAN die Schreckliche: Zu faul oder zu blöd?

Heute früh im Radio war wieder so ein SEPA-Beschwichtigungsbeitrag. IBAN die Schreckliche ist jetzt auch für Privatleute zwingend, die Übergangszeit ist zuende. Wenn ich das Wort “alternativlos” oder irgendeine Umschreibung dafür höre, platzt mir der Kragen: Das ist schon wieder jemand zu faul oder zu blöd, nach einer brauchbaren Lösung zu suchen, oder er hat ganz andere Absichten als er vorgibt. Wer sich nicht danach richtet, bekommt Probleme und/oder Kosten und/oder Weiß-der-Geier-was. Und die Sprecherin bemühte sich eine gefühlte Viertelstunde lang zu erklären, wie einfach und vorteilhaft das Ganze doch sei. Soviel Text für etwas angeblich ganz Einfaches.

Ich habe seit der Ankündigung versucht, mich an den Schwachsinn mit den 22 Stellen zu gewöhnen. Es bleibt aber Schwachsinn. Nicht die Bedeutung der 22 Stellen ist so unverständlich, sondern der Umgang mit dieser langen Buchstaben- und Ziffernfolge ist “gehirnwidrig” – gegen jede Ergonomie. Immer wieder muss ich neu ansetzen, um zwischen den vielen Ziffern keine zu vergessen oder zu vertauschen. Und die IBAN ist ja nicht nur bei meiner Kontonummer so unergonomisch, sondern bei allen Konten, an die ich etwas überweisen muss. Das wird in der Diskussion gern unterschlagen.

Leere Sicherheits-Versprechungen. Vor einiger Zeit sollte ich wegen genau dieses Ergonomie-Problems eine zweistellige Strafe (“Bearbeitungsgebühr”) bei einem Internethändler zahlen; die angeblich so sichere Prüfziffer wurde bei meiner Anmeldung beim Internethändler nicht errechnet und mein Zifferndreher-Fehler wurde nicht bemerkt.

Schon lange war das angekündigt, das macht es aber nicht besser. Ich schrieb darüber hier: SEPA – EURO-Monster gegen Bürger. Und die Befürchtungen, dass SEPA und IBAN kriminell missbraucht würden, haben sich leider bestätigt.

IBAN die Schreckliche wäre wirklich problemlos ersetzbar

Mal auf den Kern zurückgeführt, welche Information IBAN die Schreckliche transportiert (ich verwende dafür ein Beispiel aus dem Internet):

Wenn die IBAN die Schreckliche so aussieht “DE63500700240123456789″, besteht sie aus

  1. Länderkürzel DE (2 Stellen für Deutschland)
  2. Prüfziffer 63 (2 Stellen, mit einem Algorithmus berechnet)
  3. Bankleitzahl 50070024 (8 Stellen, hier eine Bank im Raum Frankfurt)
  4. Kontonummer 0123456789 (bis zu 10 Stellen wie sie auch schon galt, bevor jemand IBAN die Schreckliche “ersann”)

Wenn Banken die gleiche Information so transportieren wollten, ohne dass man Gedächtnisakrobat werden muss, könnten sie sich z.B. am Aufbau der E-Mail-Adressen orientieren:

  1. Kontonummer JAN-SCHRAGVOGEL (der Computer seiner Bank weiß, dass der das Konto 0123456789 hat)
  2. Prüfziffer 63 (2 Stellen, falls die dann überhaupt noch nötig ist)
  3. Bankleitzahl ZOCKERBANK-FRANKFURT (Klartext oder erkennbar abgekürzt – die Übersetzung des Klartextes in die Bankleitzahl schaffen Computer schon)
  4. Länderkürzel DE (2 oder 3 Stellen wie bei Internet-Adressen)

Zusammengeschrieben könnte das dann so aussehen:
JAN-SCHRAGVOGEL.63@ZOCKERBANK-FRANKFURT.DE

Kürzer wäre das nicht unbedingt, aber merkbar, handlich, ohne Hilfsmittel oder Algorithmus prüfbar, also viel “gehirnfreundlicher” und sicherer.

Mit Länderkürzel und Bankname wäre die gleiche weltweite Eindeutigkeit gegeben, selbst wenn Herr Schragvogel einen Namensvetter irgendwo in der Welt hat. Und wenn es bei der gleichen Bankfiliale zwei Herren “Thomas Müller” gibt, hat sicher einer noch einen weiteren Vornamen oder eine andere Hausnummer, mit denen man eine Unterscheidung schafft. Und wenn das “@” zu sehr nach E-Mail aussieht, könnte man es durch “€”, “~” oder sonstwie ersetzen.

Privatleute haben keine Lobby gegen IBAN die Schreckliche

So einfach könnte es sein. Wenn die Banken oder die Europabürokraten oder die Lobbyisten es wollten.

Kundenfreundlichkeit? Die Banken wälzen in ihren AGB die Risiken auf die Kunden ab – wie allgemein beim Homebanking. Bankkunden bedienen Automaten, übernehmen das Risiko und zahlen dafür Kontoführungsgebühren.

Und die Banken haben schließlich wichtigeres zu tun, als für die Kunden zu denken. Bankster müssen sich um das Zockergeschäft kümmern. Da bleibt kein Raum für Peanuts. Die Kunden stören doch nur.

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