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Autor: jubuc, am 25.02.2016

Die PC-Tastatur – das unbekannte Wesen

Wieviel Tasten hat die PC-Tastatur?

Bitte beantworten Sie diese Frage, ohne hinzusehen! Ich habe meine Teilnehmer im Senioren-Seminar (Computer-Grundlagen für Büro und Freizeit) gefragt.

Ein ganz Mutiger schätzte ca. 50 – schließlich hat das Alphabet schon 26 Buchstaben. Mit der echten Angabe konnte ich überraschen: 86 bis 103 Tasten haben Standard-Tastaturen von PCs und Notebooks, abhängig davon, ob die Tastatur einen Ziffernblock (wie eine Rechenmaschine) hat. Dazu kommen noch vielleicht 20 Multimedia-Tasten, wenn die Tastatur nicht nur für Büroaufgaben gedacht ist. Jede Taste hat mindestens eine Funktion, manche haben drei oder sogar vier Belegungen. War Ihnen das bewusst?

Mehrfache Tasten-Belegung der PC-Tastatur?

Wenn Sie mal sehen möchten:

Mehrfachbelegung der PC-Tastatur

Sie haben also mehrere “Hilfstasten”, um die “Schreibtasten” zu steuern: Umschalttaste (wie bei der Schreibmaschine), Strg, Alt, AltGr (die macht was anderes als Alt), Fn (nur bei Notebooks und ähnlichen “Klapprechnern”). Diese Bedienung ist wichtig: Drücken Sie erst die “Hilfstaste”, halten Sie sie fest und drücken dann die “Schreibtaste”. Dann lassen Sie beide Tasten wieder los.

Sagen Sie bitte nicht “String” zu Kombinationen auf der PC-Tastatur?

Immer wieder höre ich das Wort “String”, wenn es um Tastenkombinationen geht. Mir kräuseln sich dann die Fingernägel. “String” wird von vielen Leuten als Langtext für die Taste “Strg” vermutet. “String” ist völlig falsch. “Strg” steht für “Steuerung”, weil man damit bestimmte Tasten so “steuern” kann, dass sie etwas anderes machen, als auf die Plastikkappe aufgedruckt ist. Der Beweis: Auf englischsprachigen Tastaturen steht auf der gleichen Taste “Ctrl”, das ist die Abkürzung von “Control” und bedeutet ebenfalls “Steuerung”. Dieser Fehler scheint sich über die Nutzer-Generationen zu vererben. Wahrscheinlich weil er so “fachsprachlich” klingt – aber der Sprecher beweist damit nur seine Ahnungslosigkeit.

Das Wort “String” gibt es auch, aber hat eine ganz andere Bedeutung. Wikipedia schreibt dazu: “Eine Zeichenkette oder (aus dem Englischen) ein String ist in der Informatik eine Folge von Zeichen (z. B. Buchstaben, Ziffern, Sonderzeichen und Steuerzeichen) aus einem definierten Zeichensatz.”

Die PC-Tastatur wird für den internationalen Markt produziert

Ich habe mit PC-Tastaturen gearbeitet, die für die Schweiz produziert wurden. Die sind noch viel “schlimmer”. Die Schweiz ist computertechnisch dreisprachig: Deutsch, Französisch, Italienisch (Rätoromanisch wirkt sich auf Tastaturen wohl nicht aus). Also müssen die Tastaturen z.B. auch die französischen Sonderzeichen mit Accents etc. darstellen. Zum Teil geht das auch mit deutschsprachigen Tastaturen, z.T. sind aber “abenteuerliche” Tastenkombinationen nötig, um ASCII-Codes anstelle der gewünschten Zeichen einzugeben – wie hier in der Tabelle von CHIP. Blindschreiben für mich (an deutsche PC-Tastatur gewöhnt) unmöglich.

Wie gehen die Hersteller mit den nationalen Unterschieden um? Sie produzieren für alle Länder die gleiche Tastatur. Genauer: Unter der Tastenkappe sind sie gleich. Die bedruckten Tastenkappen werden dann länderspezifisch “draufmontiert”. Wo z.B. bei einer deutschen Tastatur der Buchstabe “Ä” steht, haben die französische oder die amerikanische Tastatur dort ganz andere Zeichen.

Damit die Verständigung zwischen PC-Tastatur und Computer möglich wird, muss es eine Art “Vokabelheft” geben. Wenn der Computer für Deutschland eingestellt ist, wird er die körperlich gleiche Taste anders speichern und drucken, als wenn er die französische oder amerikanische Einstellung (und die entsprechende Beschriftung der Tastenkappen) hat. Dieses elektronische “Vokalheft” wird “Treiber” genannt. Es gibt also national unterschiedliche Tastaturtreiber. Der Nutzer muss nur den richtigen Treiber (mit der richtigen Nationalität) wählen. Der Hersteller oder der Händler haben diese Einstellung schon vor dem Verkauf gemacht.

“Layout” der PC-Tastatur

Die Anordnung der Tasten wird “Tastatur-Layout” genannt. Die Layouts werden anhand besonderer Tastenreihenfolgen benannt. Lesen Sie mal die Beschriftungen der ersten Buchstabenzeile Ihrer Tastatur, da steht vermutlich “QWERTZ”. Die Anordnung von “Q” und “Z” sind typisch für das deutsche Tastatur-Layout. “QWERTY” steht für die US-amerikanische Tastaturbelegung, “AZERTY” für die französische Tastaturbelegung.

Manche Hersteller produzieren z.B. Notebooks mit QWERTY-Tastatur und verkaufen nur diese in QWERTZ-Deutschland. Wenn Ihnen das beim Kauf nicht aufgefallen ist, haben Sie zunächst “schlechte Karten”. Auf die deutsche Einstellung wollen Sie nicht verzichten, weil Sie Ihre Schreibgewohnheiten haben, weil Sie das deutsche Zahlen-, Zeit- und Datumformat verwenden wollen. Dann bleibt Ihnen die Möglichkeit, “Tastatur-Aufkleber” zu kaufen und über den Aufdruck zu kleben.

Wenn Sie das Problem haben, dass der Computer in der Startphase die Treiber noch nicht geladen hat, steht er noch auf dem amerikanischen (“Standard”-) Layout. Falls er dann eine Eingabe erwartet, müssen Sie an das andere Layout denken. Wenn Sie “YES” auf der deutschen Tastatur tippen, ist das nach dem amerikanischen Layout “ZES” (weil Z und Y gegeneinander getauscht sind), “ZES” ist keine von den erwarten Antworten – tippen Sie also “ZES”, wenn Sie “YES” meinen.

Vergleichen Sie mal die Telefon-Tastatur mit dem Ziffernblock der PC-Tastatur

Legen Sie mal eine Telefon-Tastatur und eine TV-Fernbedienung neben den Ziffernblock und vergelichen Sie die Anordnung der Ziffern. Beim Telefon sehen Sie (von oben) die Ziffernreihen “123″ “456″ “789″. Bei der Fernbedienung sieht es genauso aus. Ganz anders bei der PC-Tastatur: “789″ “456″ “123″. Warum? Das weiß ich auch nicht. Vermutlich haben weder die Telefonerfinder noch die Computererfinder “über den Tellerrand” geblickt.

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