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     - Sicher im Netz - 

    "Wer im Internet nicht bezahlt, ist nicht der Kunde, sondern die Ware"

    Mitdenken über den Virenschutz hinaus Motive und Techniken Computer-Hygiene Verträge & Communities Namen und Passwörter E-Mails ganz sicher Datenkraken - Mitdenken!

    Verträge & Communities
    Schreiben Sie nicht

    Unterschreiben Sie (keine) Verträge

    - Shopping und Zahlung im Internet

    - Risiken und Maßnahmen beim Homebanking

    - Internet-Zahlungen

    --- Überweisungen

    --- Kreditkarten

    --- Nachnahme

    --- Onlinebezahldienste

    --- Bargeldtransfer

    --- Andere Zahlungswege

    - AGB - klein hellgrau auf weiß

    - Betrüger konstruieren Verträge

    - Lassen Sie sich bei eBay nicht betrügen

    Communities - Schreiben Sie Privates nur anonym

    - Web 2.0 - Das Mitmachnetz

    - Interessen der Betreiber

    - Profile sind begehrt

    --- Gewerbliche Neugier beim Freemailer

    --- Selbstdarstellung im Forum

    - Soziale Netzwerke

    --- Beispiel: Facebook

        --- Bekannt gewordene Missbräuche

        --- goodFBye - Kündigung

    --- Beispiel: Twitter

    Unterschreiben Sie (keine) Verträge

    Shopping und Zahlung im Internet

    Einkaufen im Internet kann sehr attraktiv sein: Bequem von zuhause aus stöbern, was es überhaupt gibt, schnell und einfach die Artikel und Preise vergleichen, in Ruhe Testberichte lesen - unabhängig von vielleicht überforderten Verkäufern, ohne Fahraufwand und Parkplatzsuche, bequeme Lieferung nach Hause.

    Z.T. neu und ungewohnt ist der Bezahlvorgang, weil Bar- oder Scheckkarten-Zahlung beim Versand entfällt.

    Wenn die Initiative für einen Internet-Einkauf von Ihnen ausgeht, gibt es keine grundsätzlichen Bedenken gegen den Vertrag.

    Tragen Sie Zahlungsdaten nur ein, wenn sie SSL-verschlüsselt übertragen werden. (Adresse beginnt mit https:// statt http://).

    Vereinbaren Sie mit Ihrer Bank ein enges Überziehungs-Limit.

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    Risiken und Maßnahmen beim Homebanking

    Homebanking ist bequem und macht Ängste. Viele Anwender verzichten auf die Vorteile, weil sie sich unsicher fühlen und finanzielle Schäden befürchten. Wenn Sie die nötigen Vorsichtsmaßnahmen beachten, ist Homebanking durchaus sicher. Informieren Sie sich und bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil:

    Homebanking: Betrugs-Risiken erkennen und vermeiden.


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    Internet-Zahlungen

    Überweisungen

    Überweisungen sind auch im Internet die gängige Zahlungsmethode. Bei Überweisungen gibt es diese Fehlerquellen, die sich bei genauer Arbeit vermeiden lassen:

    • Die Bank des Absenders muss Kontonummer und Bankleitzahl nicht mehr mit dem Empfängernamen abgleichen. Wenn der Absender einen Fehler macht, kann er nicht sicher sein, dass seine Bank oder der Empfänger einen falsch überwiesenen Betrag erstatten.
    • Anders als bei Lastschrift / Bankeinzug lassen sich Überweisungen nicht zurück buchen.

    Überweisungen werden nach dem Verkauf gegen Rechnung oder vor dem Kauf gegen Vorkasse getätigt.

    Bei Zahlung auf Rechnung versendet der Verkäufer die Ware und die Rechnung, daraufhin zahlt der Käufer. Der Verkäufer trägt also das Risiko, ob der Käufer zahlt. Verkäufer bieten diesen Zahlungsweg häufig erst an, nachdem sie positive Erfahrungen mit dem Käufer haben.

    Rechnung: Zahlen Sie erst nach Prüfung der Ware.

    Bei Vorkasse überweist das Käufer das Geld im Voraus, der Verkäufer versendet die Ware nach Zahlungseingang. Also trägt der Käufer das Risiko, ob der Verkäufer die Ware liefert. Internet-Auktionshäuser und manche Verbraucherportale bieten die Möglichkeit, Verkäufer zu bewerten. So besteht die Möglichkeit, fremde Erfahrungen zu nutzen.

    Vorkasse: Suchen Sie nach Bewertungen des Verkäufers.

    Kreditkarten

    Voraussetzung ist, dass der Verkäufer eine Vereinbarung mit dem gleichen Kreditkarten-Unternehmen hat, von dem der Käufer eine Kreditkarte hat. Bei der Kreditkarten-Zahlung nennt der Käufer dem Verkäufer die Nummer, Gültigkeit und ggf. Kartenprüfnummer (KPN) seiner Kreditkarte (ohne PIN oder Unterschrift). Aufgrund dieser Daten zahlt das Unternehmen den Kaufpreis vom Konto des Käufers an den Verkäufer. Diese Methode hat sich im Internet etabliert, obwohl der Käufer dabei weder Unterschrift noch PIN abgibt.

    Manche Käufer haben Bedenken, ob Verkäufer mit diesen Daten das Konto des Käufers missbrauchen können. Wenn der Käufer keinen Auftrag erteilt hat (wenn also Fremde seine Kreditkartendaten missbraucht haben), muss das Kreditkarten-Unternehmen dem Käufer das zu unrecht abgebuchte Geld erstatten (und kann es vom Verkäufer zurück fordern). Das Risiko bei der Kreditkarten-Zahlung liegt also beim Kreditkarten-Unternehmen, nicht beim Käufer. Achtung: Im Einzelfall kann es unterschiedliche Auffassungen darüber geben, ob der Käufer einen Auftrag erteilt hat oder nicht (z.B. mit/ohne Unterschrift, mit/ohne Hinterlegung der Kreditkarten-Nummer mit/ohne KPN beim Verkäufer).

    Prüfen Sie Ihre Kreditkarten-Abrechnungen regelmäßig auf unberechtigte Belastungen!

    Nachnahme

    Nachnahme wird häufig als alternative Zahlungsmöglichkeit angeboten. Bei der Abwicklung "Zug um Zug" bekommt der Käufer das Paket und übergibt dem Paketboten den Kaufpreis in bar zur Weiterleitung an den Verkäufer. Durch diesen Service hat der Käufer höhere Kosten.

    Risiko: Das Paket enthält anstelle der Ware wertlosen Inhalt.

    Wünschenswert wäre es, die Zahlung erst zu leisten, nachdem die Prüfung des Inhalts in Anwesenheit des Paketboten ergibt, dass die Lieferung der Bestellung entspricht. Damit wäre wahrscheinlich der Paketbote aber zeitlich und fachlich überfordert.

    Onlinebezahldienste

    Sofortüberweisung.de und Giropay.de sind Onlinebezahldienste, die von einigen Internet-Shops angeboten werden. Ziel ist, die Zahlung zu vereinfachen und zu beschleunigen, damit die Kunden die Ware schneller bekommen. Ablauf: Der Käufer übergibt dem Onlinebezahldienst PIN und TAN - der "greift" damit in das Bankkonto des Käufers und überweist das Geld an den Verkäufer. Sofortüberweisung.de gehört zum Dienstleister www.payment-network.com, Giropay.de ist ein Angebot der Postbank, der Sparkassen-Finanzgruppe, der Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie einiger privater Banken.

    So bequem das sein mag (was ist daran bequemer als beim Homebanking?), so riskant ist der "Zwischenhandel" mit Ihrem Geld. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) fand heraus, dass Sofortüberweisung.de die Umsätze der vergangenen 30 Tage, den Dispokredit und weitere Kontostände bei derselben Bank abfragt. Der Dienstleister begründet das mit Sicherheit: Die Prüfung des Verfügungsrahmens und anderer Bestellungen über Sofortüberweisung soll verhindern, dass sich evtl. Betrugsfälle wiederholen.

    Datenschützer warnen vor der "Haftungsfalle": Weil der Käufer seine Zugangsdaten an Dritte weitergibt, kann ihm Fahrlässigkeit und die Verletzung seiner Sorgfaltspflicht gegenüber seiner Bank vorgeworfen werden. Falls später mal seine Zugangsdaten missbraucht werden, kann seine Bank wegen der Weitergabe Probleme machen.

    Es gehört schon viel Vertrauen dazu, einem Fremden PIN und TAN mitzuteilen - die gleichen Daten, die beim kriminellen Phishing gesammelt werden.

    Die AGB können Fallen enthalten - prüfen Sie sie kritisch!

    Verzichten Sie auf Anbieter, die nur Onlinebezahldienste bieten.

    Bargeldtransfer

    Western Union und MoneyGram sind US-amerikanische Anbieter von weltweitem Bargeldtransfer. Sie bieten die Möglichkeit, schnell Geld rund um den Globus zu transferieren - überwiegend von Privat zu Privat. Die Dienste werden z.B. von ausländischen Arbeitnehmern genutzt, um Einkünfte zu ihren Familien zu transferieren.

    Bargeldtransferdieste sind in die Kritik gekommen, weil sie gern beim Online-Betrug benutzt werden. Kriminelle können unrechtmäßig erlangtes Geld schnell in ein Empfängerland transferieren, in dem es wegen eines anderen Rechtssystems oder Korruption nicht möglich ist, den Empfänger des Geldes zu identifizieren und das überwiesene Geld zurückzuerlangen. Beispiele: Spam - Trickreiche Versprechungen, eBay-Trickz.

    Vermeiden Sie Bargeldtransfer an unbekannte Empfänger.

    Andere Zahlungswege

    Durch eBay wird die Zahlung über die eBay-eigene Bank PayPal gefördert. Darüber hinaus ist PayPal kaum verbreitet.

    Für die Bezahlung kleinerer Beträge, die einfach und kostengünstig sein soll, hat sich noch kein System eindeutig durchgesetzt.

    Telefonnahe Leistungen werden gelegentlich über die Telefonrechnung abgerechnet.


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    AGB - klein hellgrau auf weiß

    Wenn Sie irgendwo beim Bestellen ganz kleine hellgraue Schrift auf weißem Grund sehen (oder ähnlich kontrastarm), sollten Sie nach den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) suchen. Die Kontrastarmut ist keine Rücksicht auf Ihr ästhetisches Empfinden, sondern ein Angriff auf Ihre Aufmerksamkeit.

    Oft verbirgt sich hinter der knalligen "KOSTENLOS"-Werbung in Großbuchstaben der verschämte klein grau auf weiß geschriebene Zusatz "während der ersten drei Monate". Gern versteckt hinter hellen, kaum auffindbaren kleinen Sternchen "*". Gern genommen bei langfristigen Abo-Verträgen, z.B. im Mobilfunk.

    Wenn Sie solche groß herausgestellten Vorteile nüchtern auf die gesamte Laufzeit umrechnen, bleibt kaum was übrig. Zumal sich am Ende - falls Sie nicht rechtzeitig kündigen - der Vertrag automatisch verlängert.

    Besonders die schwer lesbaren AGB sollten Sie auf versteckte Zahlungsverpflichtungen hin durchsehen.

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    Betrüger konstruieren Verträge

    Interessen im Internet

    Internet-Handel und Auktionen haben so viel Bedeutung gewonnen, dass auch Betrüger ihren Anteil daran haben wollen.

    Es ist gut zu wissen, wer mit welchen Interessen im Internet unterwegs ist. Einige Interessen und Beteiligte sehen Sie in der Grafik. Die Anbieter in der Grauzone sind besonders kritisch zu beobachten - sie geben sich natürlich nicht als solche zu erkennen.

    Nutzer sind gewohnt, die Infos zum Nulltarif zu bekommen, kostenpflichtige Leistungen konnten sich bisher nur bedingt durchsetzen. Gewerbliche Info-Anbieter müssen ihre Kosten decken, oft finanzieren sie sich durch Werbeeinnahmen. Nur wenige Anbieter leisten es sich, qualifizierte Inhalte ohne Entgelt ins Internet stellen. Es gibt aber auch unseriöse Anbieter, die erst "kostenlos" anbieten und dann abkassieren wollen.

    Die Abo-Falle: Viele Leistungen und Downloads im Internet sind als kostenlos bekannt, z.B. Freeware. Aber gelegentlich fragen Betrüger bei solchen Leistungen Adressdaten ab, um später eine Einzel-Rechnung zu schreiben oder einen Abo-Vertrag zu konstruieren - was so vom Nutzer nicht beabsichtigt war.

    Eine ähnliche Masche: Sie werden "ausgewählt", an einer wichtig wirkenden Umfrage teilzunehmen. Zur Belohnung wird Ihnen "exklusiv" und "nur für kurze Zeit" ein wertvolles Geschenk Versprochen. Sogar frühere Gewinner werden gezeigt und zitiert. Sie brauchen nur Ihre Handy-Nummer anzugeben. Ergebnis: Wöchentliche Quizfragen als kostenpflichtiges Abo.

    Lock-Angebote: Musik zum Nulltarif, kostenlose Rätsel oder angebliche Gratis-Software - unseriöse Anbieter versuchen, Surfer in Kostenfallen zu locken.

    Wenn die Initiative nicht von Ihnen ausgeht, geben Sie keine Post- oder E-Mail-Adresse oder sonstige Identitäts-Infos an.

    Wenn ein Angebot wirklich gratis ist, gibt es für die Anbieter in aller Regel keinen Grund, Daten abfragen.

    Suchen Sie alternative Quellen, wenn Sie keine Vertragsbindung wollen. Oder verzichten Sie ganz auf das Angebot.

    Wenn es trotzdem "passiert" ist:

    Wenn Sie eine nicht gerechtfertigte Zahlungsaufforderung bekommen, sollten Sie im Zweifel nicht zahlen. Denn ein Vertrag komme nur zustande, wenn der Kunde über die Bedingungen des Angebots informiert ist und diese bewusst akzeptiert. Die Beweispflicht liegt hier beim Anbieter.

    Lassen Sie sich nicht von der Drohung mit Anwälten, Inkasso, Zwangsvollstreckung oder Strafanzeige beeindrucken. Einem gerichtlichen Mahnbescheid müssen Sie unbedingt widersprechen: Schriftlich, binnen zwei Wochen. Gründe müssen Sie nicht angeben. Wichtig: Eltern haften nicht für ihre Kinder, wenn diese einen Abo-Vertrag ohne Einwilligung der Eltern geschlossen haben.

    Sie sind nicht verpflichtet, auf nachweislich unseriöse Forderungen einzugehen. Wenn Sie aber ganz sicher gehen wollen, können Sie den Vertrag bestreiten oder einfach Ihr 14-tägiges Widerrufsrecht nutzen. Der Brief wird am besten per Einschreiben mit Rückschein verschickt. Dabei sollten Sie keine persönliche Daten angeben, die der Anbieter nicht ohnehin schon kennt.

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    Lassen Sie sich bei eBay nicht betrügen

    Einkaufen bei eBay kann kann attraktiv sein, aber auch Risiken enthalten. Hier sind die Erfahrungen mit einem gecrackten Account und organisierter Kriminalität ausgewertet und verdichtet. Informieren Sie sich und bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil:

    eBay: Betrugs-Risiken erkennen und vermeiden.


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    Communities - Schreiben Sie Privates nur anonym

    Web 2.0 - Das Mitmachnetz

    Jeder hat die Möglichkeit, seiner Zeitung Leserbriefe zu schreiben - ausgewählte werden sogar gesammelt und gedruckt. Das Internet ist viel offener, schneller, weniger reguliert. Es lebt vom Austausch von Erfahrungen, Meinungen, Tipps. Z.B. ist es keine Seltenheit, dass jemand jetzt öffentlich eine Frage stellt und schon Minuten / Stunden später öffentlich mehrere Antworten bekommt. Oder dass jemand eine Meldung oder Meinung schreibt, die kurz darauf öffentlich diskutiert wird. Oft werden solche Infos durch Profile "angereichert", in denen die Mitwirkenden sich selbst vorstellen.

    Web 2.0 ist ein Schlagwort, das für interaktive Funktionen des Internets verwendet wird. Hierbei konsumiert der Nutzer nicht nur den Inhalt, er stellt als "Prosument" (Produzent & Konsument) selbst Inhalte zur Verfügung. Der Begriff entstand (in Anlehnung an die Versionsnummern von Softwareprodukten) für eine neue Generation des Web. Umgangssprachlich wird das als "Mitmachnetz" bezeichnet.

    Natürlich ist auch das Internet kein rechtsfreier Raum. Die Inhalte dürfen nicht gegen Gesetze oder gegen Rechte Dritter verstoßen (Stichwörter: Diskriminierung, kriminelle Inhalte, Verherrlichung von Gewalt, nicht jugendfreie Inhalte). Der Betreiber eines Forums hat das "Hausrecht", er kann AGB und Netikette-Regeln formulieren, er kann Inhalte und den "guten Ton" moderieren und ggf. Mitglieder sperren oder ausschließen. Juristen warnen davor, sich einer fremden Identität zu bedienen, denn das würde das Persönlichkeitsrecht verletzen. Die Benutzung von fremden Fotos, Logos, Comic-Figuren als Profilbild provoziert teure Abmahnungen. Beleidigungen, Verleumdungen oder andere strafrechtlich relevante Handlungen können Strafverfolgung auslösen.

    Webseiten im Mitmachnetz werden "Community" genannt, z.B. gibt es sie als Gästebücher (oft als "Lobhudelei" für Betreiber privater Webseiten), Foren (oft zum Erfahrungsaustauch zwischen mehr und weniger erfahrenen Anwendern), soziale Netzwerke (oft um von zu Hause aus Kontakte knüpfen und Beziehungen pflegen zu können).

    Die wichtigen Elemente bei Communities und übliche Einstellungen sind:

    • Posts (von engl. "to post" für ankleben, bekanntgeben) sind die öffentlichen Beiträge der Mitglieder. Mitglieder und Nicht-Mitglieder können die Posts suchen und lesen, schreiben dürfen nur "registrierte" Mitglieder.
    • Persönliche Nachrichten sind nicht-öffentliche Infos (z.B. E-Mails) zwischen Mitgliedern. Nur Mitglieder, die sich verabredet haben, können auf die persönlichen Nahrichten zugreifen.
    • Profile sind Beschreibungen, die die Mitglieder über sich selbst abgeben, meist in vorgegebener Struktur. Profile können ausgewählten Mitgliedergruppen oder öffentlich zugänglich gemacht werden.
    • Kontakte sind Namen / Adressen von Freunden, Kollegen, Gleichgesinnten der Mitglieder. Kontakte (wenn sie als Element vorgesehen sind) können ähnlich wie Profile gesperrt oder freigegeben werden.

    Üblich ist auch: Jeder der Mitglied werden will, kann sich bei der Community registrieren, das dauert nur Minuten und ist kostenlos. Sofort hat er Mitglieder-Rechte.

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    Interessen der Betreiber

    "Soziale Netzwerke", z.B. Facebook, Twitter, StudiVZ, XING & Co. wollen Identitäts-Infos haben, das ist Finanzierungsinstrument und Geschäftsmodell (auch wenn Sie das so nicht formulieren). Sie "bieten an", dass Mitglieder miteinander kommunizieren und für den besseren Kontakt innerhalb der "Community" ihr Profil anlegen dürfen. Und sie sagen nicht immer deutlich, was mit diesen persönlichen Daten geschieht, wer sie einsehen oder verwenden darf und wer nicht.

    Sie nutzen die Infos der Mitglieder (Posts, Profile, Kontakte) für individualisierte Werbung. Was für die Betreiber sehr lukrativ sein kann, bedeutet für die Mitglieder die Nutzung ihrer Daten. Und falls die gesammelten Daten "gecrackt" oder kopiert werden, können sie zum Nachteil des Mitglieds missbraucht werden.

    Was findet z.B. der Personalchef, der Ihren Namen im Internet sucht? Stellen Sie sich vor, Sie bewerben sich als "Experte" zu einem Fachgebiet, das Sie gerade erst erlernt haben. Vielleicht haben Sie in Ihrer Lernphase in fachlichen Foren "dumme" Anfängerfragen gestellt, vielleicht haben Sie sich in Diskussionen "vergaloppiert". Vielleicht haben Sie sich zu unbedachten Gesinnungen oder Meinungen provozieren lassen. Gehen Sie davon aus: Das Internet vergisst nichts. Das Netz weiss aber nicht alles - vielleicht haben sich Ihre Kenntnisse und Ansichten inzwischen grundlegend geändert?

    Beobachtung: Nur wenige Benutzer verbieten die Einsichtnahme in ihre Kontakt- und Freundeslisten.

    • Das ermöglicht es "Neugierigen", im Einzelfall persönliche Daten und Kontakte abzufragen und zu missbrauchen.
    • Das ermöglicht es Webspidern, massenhaft persönliche Daten und Kontakte abzufragen und dem Missbrauch zuzuführen.
    • Das ermöglicht es Webspidern, mit Hilfe der gefundenen Kontakte eines Mitglieds, andere Mitglieder und sogar Nicht-Mitglieder zu finden und abzufragen, und das in mehreren Stufen - schneeballartig.

    Trennen Sie private und geschäftliche Accounts:

    Schreiben Sie Privates nur unter Alias-Namen, schreiben Sie Geschäftliches unter Firmen-Namen!

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    Profile sind begehrt

    Gewerbliche Neugier beim Freemailer

    GMX-Freemail-Nutzer bekommen immer wieder mal Post von GMX:

    "Hallo [Name]!

    Die letzte Aktualisierung Ihrer persönlichen Daten bei GMX liegt bereits mehr als 6 Monate zurück. Bitte loggen Sie sich auf http://www.gmx.de in Ihren Account ein, überprüfen Sie Ihre Angaben und bringen Sie sie gegebenenfalls auf den aktuellen Stand!

    Sie nutzen GMX im kostenlosen Tarif GMX FreeMail. Dieses Angebot wird durch Werbung gegenfinanziert. Durch die Aktualisierung Ihrer Daten stellen Sie sicher, dass Sie auf Ihre Interessen abgestimmte Werbung zu sehen bekommen. Selbstverständlich behandeln wir Ihre Angaben vertraulich.

    Beachten Sie bitte auch, dass die regelmäßige Aktualisierung Ihrer Daten Bestandteil unserer Nutzungsbedingungen ist.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Ihr GMX Team"

    Wer diesem "sanften Druck" folgt, findet einen mehrseitigen Fragebogen mit diesen Themenkomplexen und hunderten Fragen:

    Muttersprache | Familienstand | Personen im Haushalt | Beruflicher Status | Wie bzw. wo werden/wollen Sie GMX in der Regel nutzen? (mehrere Antworten möglich): privat vom eigenen PC zuhause aus | beruflich am Arbeitsplatz | Uni, Internet Cafe und/oder andere Internetterminals?

    Weitere Angaben: Bildung/Beruf | Schulische Bildung | Berufliche Bildung | Haushaltsangaben | Monatliches Haushaltsnetto | Internet | PC-Nutzung | Internet-Nutzung | Privater Internet-Zugang | Handy und mehr | Handy-Nutzung | Planen Sie eine Digitalkamera-Anschaffung?

    Hobbys und Interessen: Sport | Reisen | Finanzen | Computer/Internet | Telekommunikation | Unterhaltung | Musik | Lebensart | Sonstiges

    Wir wünschen Ihnen noch viel Spaß bei GMX und bedanken uns für Ihre Mitarbeit!

    Beeiden müssen Sie die Vollständigkeit und Richtigkeit Ihrer Antworten nicht ;-) Ob diese Infos für den Bestand eines E-Mail-Accounts notwendig sind?

    GMX ist nur ein Beispiel, keine Ausnahme. Mir ist kein Fall bekannt, dass ein Account wegen mangelnder Auskunftsbereitschaft geschlossen wurde.

    Selbstdarstellung im Forum

    Sehen Sie sich mal dieses Community-Profil der Süddeutschen Zeitung (60.000 Besucher / 230.000 Besuche pro Monat) an:

    Profil: Wir behandeln Ihre Eingaben streng vertraulich und werden Ihre Daten nicht an Dritte weitergeben.

    Mein Bild: Hier können Sie ein Bild von sich hochladen, das in Ihrem Profil angezeigt wird.

    Mein Profiltext: Der Text, den Sie hier einfügen, erscheint in Ihrem Profil. Nutzen Sie diese Möglichkeit zum Beispiel, um sich Ihren Besuchern vorzustellen.

    Meine Selbstbeschreibung und Themen: Geben Sie hier bitte Begriffe ein, mit denen Sie sich selbst beschreiben würden. Benennen Sie auch, was Sie gerne mögen. Beides erscheint in Ihrem Profil.

    Mein Fragebogen: Wer mich sucht, erkennt mich an ... | Wer mich morgens als erster anspricht, erfährt ... | Man liebt mich für ... | Man fragt mich besser nicht nach ... | Ich mag ... | Mein größter Wunsch ... | Meine Lieblings-Webseite ... | Macht mir einen Termin mit ... | Man nennt mich ...

    Meine Daten: E-Mail-Adresse | Geburtsdatum | PLZ | Wohnort | Land | Name | Beruf | Homepage/Blog | Universität 1 | Universität 2

    Meine Einstellungen und Privatsphäre: Wer darf mein Profil sehen? | Möchten Sie, dass Ihr Profil von Suchmaschinen wie zum Beispiel Google gefunden wird?

    Würden Sie das ausgefüllte Formular an das Schwarze Brett in der Kantine Ihres Arbeitgebers hängen? Stimmt, verrückte Idee! Aber warum sollten Sie sich dann im Internet "outen"? Da können auch alle Kantinen-Kollegen mitlesen.

    Stellen Sie sich Kinder und Jugendliche in ihrer Clique und in deren "Gruppenzwang" vor, die z.B. bestimmte Marken tragen "müssen", weil "man" das so macht,

    • die sich für so wichtig halten, dass sie jeden Schritt mitteilen müssen ("Jetzt steige ich in die Bahn"),
    • die ihren "besten Freunden" im Netz Details aus ihren Beziehungen verraten,
    • die in einer Art Wettbewerb ihre Beliebtheit an der Anzahl ihrer Netzwerk-"Freunde" messen wollen.

    Stichwörter: Konformes Verhalten, Zugang zu Informationen, Selbstwertgefühl, Gruppen-Rituale, Mutprobe, Mobbing.

    Sie vermuten, solche Einblicke sind nur Mitgliedern vorbehalten? Ja, und? Es ist leichter, sich in einem Netzwerk Mitglied zu werden als in eine fremde Kantine zu kommen.

    Verzichten Sie auf die Beantwortung solcher Fragen.

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    Soziale Netzwerke

    Soziale Netzwerke sind beliebt, viele Nutzer berichten über echte oder vermeintliche Freunde und Vorteile. Sie können in Echtzeit viele Informationen mit gleichgesinnten Nutzern austauschen.

    Die Betreiber der sozialen Netzwerke halten sich zurück, wenn es darum geht, ihre Geschäftsmodelle, Mitgliederzahlen, Gewinne zu veröffentlichen. Vielleicht wollen sie zunächst eine monopolähnliche Popularität aufbauen, um dann Geld zu verdienen z.B. über Werbung und um "Applikationen" (kleine Programme für spezielle Aufgaben, Spiele) zu verkaufen.

    Manche Netzwerke sprechen eher Privatpersonen an. Für private Mitgliedern stehen eher Spaß, Selbstdarstellung und Emotionen im Vordergrund, erkennbar an solchen Begriffen: Freunde, Fans, Follower. Bei den privaten Mitgliedern haben Emotionen den Vorrang vor Sachlichkeit.

    Andere Netzwerke dienen eher beruflichen / geschäftlichen Zielen. Bei den Mitgliedern überwiegen die fachlichen und kommerziellen Interessen: Jobsuchende treffen auf Personaler oder Berater, Freiberufler suchen Aufträge oder Kooperationen, Industrie und Handel werben für sich und ihre Produkte. Es darf vermutet werden, dass bei den beruflich / geschäftlich orientierten Mitgliedern eher "erwachsene" Verhaltensweisen, überlegte Infos und Verantwortungsbewusstsein überwiegen.

    Soziale Netzwerke vermitteln ihren Mitgliedern ein falsches Sicherheitsgefühl, da sie sich von Freunden umgeben fühlen. Niemand ist anonym im Netz und schon gar nicht, wenn man sich in sozialen Netzwerken bewegt. Aus einem kleinen Spaß kann schnell eine böse Überraschung werden.

    Links zu diesen und anderen Netzwerken finden Sie in dieser Zusammenstellung: Kontakte

    Datensammlungen ziehen Fahrlässigkeit und Kriminalität an.

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    Beispiel: Facebook

    Facebook ist eines der größten Sozialen Netzwerke: 142 Mio Besucher / 3.162 Mio Besuche weltweit (im Monat Mai 2011). Der Spiegel beobachtet z.B. "Facebook greift nach der Web-Herrschaft" und formuliert "Facebook will überall im Web die Meinungsäußerungen und Vorlieben der Nutzer sammeln und vernetzen". Der Nachrichtenticker heise online gibt sich überrascht, "was Facebook über Nicht-Mitglieder weiß" und nennt "Merkwürdigkeiten" im Umgang mit dem Datenschutz. Das Fatale: Viele Nutzer kümmern sich nicht um Ihre Einstellungen - fehlt das Problembewusstsein, das Wissen, die Verantwortung?

    Wer es nachprüfen will: Die Registrierung bei Facebook ist einfach, wenn man die Standard-Einstellungen akzeptiert: dass alles für alle offen ist. Wer das nicht will, muss die Privatsphäre-Einstellungen so "abdichten", dass die Privatsphäre gewahrt bleibt. Viele Klicks, viele Warnungen (dass man mit der Abdichtung den Nutzen stört), viele Unsicherheiten, welche Einstellung welche Auswirkungen hat. Wer nach Freunden suchen will, muss sein E-Mail-Passwort angeben. Achtung: Nicht das Facebook-Passwort, sondern das Passwort beim E-Mail-Provider. Damit bekommt Facebook Zugriff auf alle gespeicherten Infos, z.B. Namen von Personen und Firmen, postalische und E-Mail-Adressen, Geburtstage, Bemerkungen - eben alles, was man sich als wichtig notiert hat. Damit könnte Facebook alle gespeicherten Mails lesen, löschen, beantworten, weiterleiten, neue E-Mails im Namen des Mitglieds schreiben. Damit könnte Facebook alle gespeicherten Kontakte / Adressen lesen, ändern, löschen, kopieren, missbrauchen. Vermutlich tut Facebook das nicht, aber es erklärt, woher Facebook sogar über Nicht-Mitglieder so gut informiert ist.

    Die Auswirkungen: Manchmal ist bereits die Tatsache brisant, dass "gemeinsame Freunde" gespeichert sind und welche das sind. Wer nach Freunden sucht, indem er Facebook uneingeschränkten Zugriff auf seine Kontakte erlaubt, muss sich zunächst bewusst sein, das er sich selbst gegenüber Facebook "entblößt". Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, dass alle gespeicherten Adressen und ihre Beziehungen zueinander Facebook bekannt werden - ohne deren Wissen, vielleicht gegen deren Willen. Das ist unabhängig von deren Facebook-Mitgliedschaft. Das ist machbar mit allen E-Mail- und Adressbuch-Providern. Seriös ist anders!

    Facebooks "Timeline" (angekündigt im September 2011, in Deutschland Anfang 2012) geht noch viel weiter. Oberflächlich gesehen lassen sich Ereignisse nun auf den ersten Blick chronologisch zuordnen. Eine neue Ansicht mit Chronik führt durch das ganze Leben der User, gibt dann Aufschluss über den Verlauf von Veränderungen im Berufs- und Privatleben. Jeder Mausklick, jeder Ortswechsel, jede neue digitale "Freundschaft" wird auf einer abrufbaren Chronik gespeichert. Was bisher ein Haufen freier Text in Statusmeldungen war, wird künftig auch thematisch strukturiert gespeichert. Aus einem derartigen Datenbestand ließen sich dann unter anderem gezielt Informationen über Haus und Auto der jeweiligen User abfragen… Weil man in Zukunft auf Facebook auch Filme ansehen, Musik hören und Texte lesen kann, soll sich dort nun auch das vollständige kulturelle Profil abbilden. Erweiterte Möglichkeiten: Zusammenführung von Ereignis-Infos aus dem Freundeskreis, Kontaktierung neuer Freunde, vielleicht Aufbau neuer Gruppenzwänge und deren Nutzung für virales Marketing und Manipulationen.

    Erschrecken Sie nicht: Julian Assange, der Gründer der Enthüllungs-Plattform Wikileaks, nennt das Netzwerk Facebook "die schrecklichste Spionagemaschine, die je erfunden wurde" und äußert Befürchtungen, es werde mit juristischem und politischem Druck vom US-Geheimdienst genutzt. "Wir haben hier die größte Datenbank der Welt mit Menschen, ihren Beziehungen, ihren Namen, ihren Adressen, ihrem Aufenthaltsort, ihrer Kommunikation untereinander und ihren Verwandtschaftsbeziehungen - alles in den USA, alles für US-Geheimdienste zugänglich". (Quelle: ZDNet, Mai 2011)

    Facebook's Gründer Mark Zuckerberg wurde gefragt, wieso ihm die Mitglieder ihre Mails, Bilder, Adressen, SMS anvertrauten. Er soll geantwortet haben: "they trust me, dumb fucks", freundlich aus der Fäkalsprache übersetzt: Sie vertrauen mir, weil sie Idioten sind. Das schafft Vertrauen?

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    Bekannt gewordene Missbräuche

    Auf Facebook tauchen praktisch täglich neue Fallen auf, in die Online-Kriminelle ihre Opfer locken wollen, z.B.

    • Facebook-Panne ermöglichte Zugriff auf fremde Privatbilder. Durch einen Programmierfehler war es zeitweise möglich, in einigen Fällen an geschützte Bilder von Nutzern heranzukommen, z.B. auch an solche des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg. Datenschützer kritisieren "entsetzliche Programmierung" und laxen Umgang mit Daten aus der Privatsphäre der Nutzer.
    • Facebook verfolgt Sie mit dem "Gefällt mir"-Button. Viele Webseiten tragen Facebook-Symbole mit einem erhobenen Daumen und dem Text "Gefällt mir". Besucher sollen damit die Seite ihren Facebook-"Freunden" empfehlen: Virales Marketing. Wer auf eine solche Seite kommt, wird von Facebook identifiziert, sogar ohne auf das Symbol zu klicken. Facebook speichert die besuchte Seite in Cookies und im Profil des Facebook-Mitglieds. Das "Nutzertracking" kann nur vermieden werden, indem man während des Surfens bei Facebook ausgeloggt ist; eine Einstellung dagegen gibt es nicht.
    • Facebook ist Scheidungsanwalts Liebling. So ähnlich titelte kürzlich eine Zeitung und wies darauf hin, dass Fotos und Texte in sozialen Netzwerken (auch z.B. bei Myspace und Twitter) als Beweismittel oder Indizien in Scheidungsprozessen verwendet werden. In Deutschland zunehmend, in den USA schon fast Standard.
    • Die Facebook-Öffentlichkeit: Eine 14-jährige Schülerin durfte zu ihrer Geburtstagsparty 15 Freunde einladen. Das machte sie über Facebook. Ob sie es nicht wusste - ob sie es vergaß: Sie machte die Einladung nicht nur den 15 Freunden zugänglich, sondern allen Facebook-Mitgliedern. 21.000 Mitglieder kündigten ihr Kommen an. Die Schülerin sagte daraufhin die Party ab. Damit war es aber nicht getan. Ein unbekannter Verfasser hatte sich Termin, Einladung und Adresse kopiert und veröffentlichte die Einladung erneut in Facebook. Diese (fremde) Einladung kann das Geburtstagskind nicht löschen!
    • Facebook Places: In Deutschland heißt der Dienst "Orte". Der aktuelle Aufenthaltsort ist eine der wertvollsten Informationen, die ein Internet-Nutzer der Werbewirtschaft preisgeben kann. Er kann dann gezielt mit Anzeigen oder Angeboten angesprochen werden. Facebook betont dazu, Places sei "kein Ortungsdienst und Facebook erstellt keine Bewegungsprofile der Nutzer". Das betont (das werbefinanzierte) Facebook. Mag man es glauben? Das britische Verteidigungsministerium befürchtet, dass über den Dienst versehentlich der Standort eines Militärs kompromittiert wird". Insbesondere Facebook-Nutzer, die in Irland stationiert seien, brächten sich in Gefahr, wenn sie Aufmerksamkeit auf ihren exakten Aufenthaltsort lenkten.
    • PleaseRobMe - Bitte raub mich aus. Kritiker hatten zur Warnung eine Zeit lang eine Webseite im Netz, die harmlose veröffentlichte Daten miteinander kombinierte. Wie eine "Selbstbedienungsanleitung" für Einbrecher.
      Spiegel-Online fasst das so zusammen: 'Bei Facebook oder anderen Social-Network-Seiten erfährt man etwas über Beruf und Lebensumstände (Verheiratet? Allein lebend? Wohlhabend?). Bei Google Maps lässt sich das Umfeld sondieren, der Fluchtweg planen. Bei Earth hat der stolze Haus- oder Eigentumswohnungsbesitzer dann vielleicht noch Fotos veröffentlicht: Mein Haus, mein Garten, meine Hintertür, mein Wohnzimmer, mein Flachbildfernseher? Und vielleicht hat der freundliche Twitter-Nutzer, der gerade seinen Flieger bestieg, ja auch seinen Abwesenheitagenten im Mailprogramm aktiviert. Auf dass man seine Diebestour in aller Ruhe vorbereiten und planen kann: "Bin bis zum 19. März verreist. In dringenden Fällen bitte..."'. Und Google's Street View zeigt (Sicherheits-) Details.
    • Vorsicht: Chef liest mit. Wenn Nutzer sich über ihre Laune, ihre Gesundheit oder den Chef auslassen, vergessen sie allerdings oft, dass Leute die Botschaften mitlesen können, für die sie nicht bestimmt sind. Der Spiegel nennt das die virtuelle Klowand. Viele denken, ihre Äußerungen in sozialen Netzwerken seien privat. Aber Nutzer müssen sich vom Begriff Privatsphäre verabschieden. Glauben Sie nicht? Gehen Sie mal auf die Seite http://youropenbook.org und geben Sie z.B. das Wort CHEF ein. Ergänzen Sie ein Schimpfwort. Ergebnis: Foto, Name und Zitat des Facebook-Mitglieds. Bewerbungen sehen anders aus ...
    • "Datensyphilis". Ein Fünftel der Facebook-Nutzer kämpft mit Malware. Genauer: Rund ein Fünftel der Facebook-Anwender erhält Nachrichten, die Links zu Schadsoftware enthalten. Die Links versprechen Funktionen, die es legal gar nicht gibt. Klickt ein Nutzer darauf, wird "sein Konto übernommen und automatisch Nachrichten an seine Freunde verschickt". Angeblich überwacht und sichert Facebook sein Netz regelmäßig, aber "Shit happens". Kult lockt Kriminalität.
    • "Foto-Suchdienst". Facebook ist wohl der weltgrößte Sammelplatz von privaten z.B. Party- und Urlaubsfotos. Gleichzeitig sind in Profilen viele persönliche Daten gespeichert. Persönliche Daten finden, wenn man nur das Foto hat - verlockend und beängstigend. Nicht nur Facebook-Mitglieder werden "verewigt", auch deren Freunde außerhalb von Facebook. Wie das funktioniert, ist hier beschrieben.
    • "Fake-Accounts" sind "gefälschte Mitgliedschaften": Ein Datensammler gibt sich in einem sozialen Netzwerk als jemand aus, der er gar nicht ist. Ein attraktives Foto im Profil (sicher nicht das eigene!), einladende Daten und Beiträge, mit der gezielten Aufforderung, Freundschaften zu schließen. Wer Freundschaftsanfragen solcher Mitglieder bestätigt, erlaubt ihnen, eigene Daten abzufragen und zu benutzen. Nicht nur eigene Daten der getäuschten Mitglieder, sondern auch Daten von Unbeteiligten aus dem Adressbuch! Jedenfalls bei den meisten (lockeren) Account-Einstellungen.
    • Gefälschte Warnungen nutzen das Vertrauen aus, das soziale Netzwerke auszeichnet. Ein Gangster warnt vor angeblichen Stolperfallen und Betrugsmaschen. Und er nennt eine Internetadresse, auf der es angeblich Hilfe gibt. Er löst eine ganze Warn-Lawine aus, bis viele Mitglieder von dieser vermeintlichen Bedrohung wissen und die Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Auf der Seite gibt es dann entweder kostenpflichtige, nutzlose Scareware und / oder Trojaner.
    • Facebook-Parties verändern die Jugendkultur. Ungeladene Gäste gab es schon immer, aber über das Medium Facebook verbreiten sich Termine wie mit einem Verstärker. Ungeplant kommen außer den geladenen Gästen auch Mitläufer und Hooligans. Es kommt zu Massenbesäufnis und Randale. Aus Australien, England und Frankreich werden "Parties" mit 10.000 bis 20.000 Teilnehmern gemeldet. In Deutschland gab es so große Parties bisher noch nicht. Das Problem für Gastgeber und die Polizei ist, dass Absagen nicht greifen und dass Sicherungsmaßnahmen nicht planbar sind, denn die Parties sind keine genehmigten Demonstrationen.
    • Die Polizei - Dein Freund und Helfer "missbraucht" Facebook nicht illegal. Ob sie aber im Sinne der Mitglieder handelt? Sie nutzt bei Ermittlungen ein eigenes Facebook-Profil. Hier zeigen die Beamten Fotos von Verdächtigen und sammeln nützliche Hinweise, zuweilen sind ihre Facebook-Freunde kriminell. Und das Blitzfoto von der roten Ampel wird mit der Gesichtserkennung analysiert. Eins stellt die Polizei Hannover auf ihrer Profilseite aber klar: Wer auf "Gefällt mir" klicke, der meine damit nicht die Straftat.

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    goodFBye - Kündigung

    "Es war einmal eine Welt, in der die Gedanken der Menschen privat waren und niemand wusste, wie der Nachbar Parties feierte. Diese glücklichen Zeiten sind vorbei. Facebook stahl den Menschen ihr Recht auf Privatleben. goodFBye will Menschen helfen, ihre Facebook-Mitgliedschaft zu beenden und wieder ein Leben in Freiheit zu leben."
    Wenn Sie jetzt von Facebook "geheilt" sind: goodFBye

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    Beispiel: Twitter

    Twitter gilt als die erfolgreichste Anwendung von Mikroblogging: 29 Mio Besucher / 149 Mio Besuche weltweit (im Monat Mai 2011) und ist eine Plattform für das Publizieren von Kurznachrichten (140 Zeichen pro Meldung, ähnlich kurz wie eine SMS). Es wird auch als soziales Netzwerk oder ein meist öffentlich einsehbares Tagebuch im Internet definiert. Die Meinungen reichen von "belanglosem Geschnatter" bis "wichtige Nachrichtenquelle aus Krisengebieten". Twitters Merkmale sind Vielseitigkeit und Transparenz.

    Twitters Nutzen ist vielseitig: Manche nutzen es als Marketing-Instrument, als Recherchewerkzeug, manche erfahren, was seine Freude bewegt. Manche nutzen es als "Pressespiegel" - sie vertiefen an den Original-Quellen, was anderen dort auffiel und was denen einen Hinweis wert war. Diese Vielseitigkeit liegt in der Vernetzung: Jede Kurz-Info kann einen Link zu einer umfangreichen Infoquelle mitbringen.

    Twitter ist transparent. Die Funktionalität ist durch ihre Begrenzung übersichtlich, es gibt keine versteckten "Fallen". Ich kann solchen Schreibern "folgen", deren Schwerpunkte mir wichtig sind - ohne sie persönlich zu kennen, ohne "Freundschaftsanfragen" stellen oder beantworten zu müssen. Andere können mir ebenso folgen. Nach kurzer Zeit lässt sich die Qualität und Bedeutung ihrer Infos einschätzen, das "Folgen" kann jederzeit ohne Konsequenzen weiter geführt, vertieft oder beendet werden.

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