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Chancen, Risiken und AlternativenEs ist wie im "richtigen Leben", auch bei eBay bleibt immer ein Restrisiko: Wer das ignoriert, geht eine Wette ein. Wetten kann man verlieren. Zweimal wurde ich als Käufer bei eBay betrogen. Die Fälle habe ich auf eigenen Seiten beschrieben. Außerdem habe ich fremde Erfahrungen gesammelt und zu Tipps verdichtet. Ich möchte Ihnen helfen, Betrügereien zu erkennen und zu vermeiden. Manche Versuche sind einfach zu erkennen, bei anderen ist es mühsamer. Wenn Sie auf den mühsamen Weg verzichten, bleiben Risiken verborgen. Aber sie bleiben! Kann oder soll man deswegen auf das Einkaufen verzichten? Gibt es risikolose Einkaufsquellen oder Zahlungsmethoden? Falschgeld ... manipulierte Bankautomaten ... Handtaschenräuber ... Markenpiraterie ... Das sind alles Ausnahmen? Wahrscheinlich - wie wohl auch bei eBay ... AlternativenFür viele Käufer ist eBay einer der ersten Gedanken. Aber es gibt durchaus andere günstige Quellen mit mehr Sicherheit:
Wenn Sie Schnäppchen bei eBay suchen wollen, sollten Sie die Angebote kritisch prüfen - das kann mühsam sein. Aber lesen Sie bitte weiter. Das Ziel des betrügerischen VerkäufersDer typische Betrüger will einen attraktiven Artikel, der überhaupt nicht existiert, in Massen verkaufen. Der Preis muss unterhalb der "Schmerzgrenze" liegen: Die Kosten des Rechtswegs (mit ungewissem Ausgang) können höher sein als der Verlust; die Verfolgung von Betrügereien macht viel Arbeit; Verluste gefährden nicht die Existenz der Opfer. Dicker Hals ja, Aktion selten. Spektakuläre Betrugsfälle sind selten: Billigartikel zur Sammlung vieler positiver Bewertungen, dann der Betrug mit teuren Luxusartikeln. Aber so viele Rolex-Kunden wird es bei eBay nicht geben, und wenn, dann haben sie ihren Anwalt auf der Lohnliste. Das AUA-Prinzip: Anmachen - Umhauen - Abhauen. So funktioniert es: Die Vorbereitung: Identitäts-MissbrauchSchon die Vorbereitung ist kriminell, z.T. auch organisiert kriminell:
Das Bösartige: Der "normale" Käufer hat kaum Chancen, die gefälschte Identität zu erkennen. Er kann sich nicht vorstellen, dass sich Kriminalität in dieser Preisklasse lohnt. Das Geschäft ist so unspektakulär, dass er nicht rechtzeitig Verdacht schöpfen kann. Käuferschutz wird von eBay und PayPal verkündet, er wird nicht praktiziert, sondern vom System behindert. Bewertungsdilemma: 100% positiv genügt nichtBewertungen sollen den zukünftigen Geschäftspartnern einen Eindruck vermitteln, ob man sich vertrauen kann. Beschränken Sie sich nicht auf die "% Positive Bewertungen", viel aussagefähiger sind die Kommentare. Das Dilemma: 100% positiv allein ist keine zuverlässige Aussage. Klingt gut - bedeutet nichts. Beispiel 1: Ein neues Mitglied bekommt bei 1 Geschäft 1 positive Bewertung, das sind 100%. Was sagt das aus für die Zukunft? Beispiel 2: Ein Account mit ein paar positiven Bewertungen wird gecrackt, der Cracker "erzeugt" beliebig viele positive Bewertungen; dann werden 100% positive Bewertungen angezeigt, wie viele davon echt oder "gefaked" sind, ist nicht erkennnbar. Das gibt es wirklich: Kriminelle Käufer und Verkäufer schieben sich gegenseitig mit Hilfe von Billigartikeln bzw. Leerverkäufen positive Bewertungen zu. Nicht zufällig, sondern organisiert. Vielleicht sind es mehrere Personen, vielleicht nur eine Person mit unterschiedlichen Konten. Mit Verschleierung durch Fremdsprache / Auslands-Mitgliedschaft.
Für mich gibt es diese Arten positiver Bewertungen: "Verdient" positiv
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| Interessen eines Betrügers | Empfehlung für Käufer |
|---|---|
| Seriös wirken (Mich-Seite, MWSt-Ausweis, Steuernummer, existierende Adresse) | Plausibilität und Widersprüche prüfen, z.B. privates / gewerbliches Angebot |
| Möglichst unauffällig und anonym bleiben | Der Anbieter sollte als "geprüftes Mitglied" registriert sein! |
| Nicht unbedingt Interesse an langfristiger Mitgliedschaft (unter diesem Namen) | Dauer der Mitgliedschaft, Herkunft und ggf. frühere Namen prüfen |
| Auslandsangebote nutzen evtl. rechtliche Grauzonen im Internet | Evtl. unübersichtliche Versand- und Überweisungskosten prüfen |
| Bankkonto (evtl. mit Hilfe eines Obdachlosen) eröffnen und bald leerräumen | Keine Chancen zur Prüfung - das wissen nicht einmal die Banken (hoffe ich) |
| Viele Verkäufe bei wenig Aufwand, Konzentration auf einen / wenige Artikel mit einheitlicher Beschreibung | Vorsicht bei mehrfach angebotener Neu-Ware von Privatanbietern, bei "Katalogfotos" anstelle eigener Fotos, bei Original-Beschreibung von Herstellerseiten, bei auffällig günstigen Elektronik-Preisen |
| Markenartikel, für die es einen großen Bedarf gibt, die nicht zu teuer sind | Welche Alternativen bei eBay oder außerhalb gibt es? |
| Mehr Vorkasse einnehmen (ohne zu liefern) | Wurden Angebotsmengen erhöht bei gleichzeitig unrealistisch niedrigen Preisen? |
| Das Geschäft muss gelaufen sein innerhalb einer normalen Lieferzeit (mit der ersten Negativ-Bewertung platzt die Blase) | Auffällig günstige Preise? Gibt es schon Bewertungen zu diesem oder ähnlichen Artikeln? |
| Für ein paar ähnliche Artikel positive Referenzen zu bekommen | Andere Käufer anmailen. Wenn keine Antwort kommt: VORSICHT! |
| Aussagearme schwülstige Bewertungen (z.B. fremdsprachig) | Anbieter und Bewertungsgeber (!) besonders kritisch prüfen |
Wenn Sie - mehr oder weniger wohl überlegt - gekauft haben, wird Ihre Zahlung (Vorkasse) fällig. Jetzt erst entsteht die Frage: Geht das Geld an den richtigen Empfänger? Konkret: Stimmt die Identität des Verkäufers mit der Identität des Zahlungsempfängers überein? Früher ist die Prüfung nicht möglich, denn manche Infos gehen aus dem Angebot nicht hervor, um die Anonymität der Beteiligten zu wahren. Erst wenn der Verkauf rechtswirksam wird, wird die Identität der Beteiligten bekannt.
Warum nutzt ein eBay-Mitglied ein fremdes Konto? Das ist unüblich, kann aber mit Familienstand oder Namensrecht erklärbar sein (z.B. unterschiedliche Namen bei Eltern mit verheirateten Kindern, bei Ehepartnern, die ihre Geburtsnamen behalten haben, bei nicht verheirateten Lebengefährten).
Wenn der Name des Mitglieds nicht mit dem Namen des Kontoinhabers übereinstimmt und wenn diese Abweichung nicht plausibel erklärt werden kann, oder wenn das verkaufende Mitglied den Artikel bzw. das Konto nicht kennt, hat wohl ein Krimineller das Konto gekapert. Dann sollten Sie nicht bezahlen und eBay den Vorgang melden.
Banken schweigen und halten Betrügereien gern "unter der Decke", damit ihre Kunden nicht verunsichert werden und damit der Name der Bank nicht beschädigt wird.
Ich erwarte keine Hilfe von eBay: Die Tipps nach erfolgtem Betrug ("nicht zahlen") sind lächerlich. Die Löschung des Artikels löscht alle Infos auch für den Betrogenen und verhindert weitere Aktivitäten.
Diese Meldung bestätigt meine Beobachtung, sie bringt leider keine Zuversicht:
So schützt eBay Betrüger
Natürlich kann der Betrogene einen Rechtsanwalt und ein Gericht einschalten. Die Chancen, einen möglichen Prozess zu gewinnen, sind gut. Dann müsste der Betrüger Anwalts- und Gerichtskosten zahlen.
Fragen dabei sind: Welcher Zeitaufwand ist das für den Betrogenen? Welche Verfahrens-Kosten muss der Betrogene als Antragsteller vorlegen? Was ist, wenn der Betrüger sein Geld beiseite geschafft hat und weder den Warenwert noch die Verfahrenskosten bezahlt? Was ist, wenn der Betrüger z.B. vom Ausland aus agiert hat und nicht mehr greifbar ist, vielleicht im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität?
Die Abwägung (Höhe des Betrugs - Kosten für den Rechtsweg - Ausgang eines Verfahrens) muss jeder Betrogene für sich treffen, vielleicht zusammen mit (s)einem Anwalt.
Ich habe versucht, meine persönlichen Erfahrungen zu verallgemeinern. Es gibt natürlich viele Varianten und Kombinationen der beschriebenen Betrügereien. Bleiben Sie aufmerksam und einfallsreich!
eBay-Kauf
Betrugs-Risiken erkennen und vermeiden
Beim eBay-Kauf betrogen (1)
Aus Fehlern lernen: Der gecrackte Account
Beim eBay-Kauf betrogen (2)
Aus Fehlern lernen: Organisierte Kriminalität
Trickz "wie im Leben"
Betrügereien bei eBay
Ich übernehme keine Verantwortung für die
Vollständigkeit, Aktualität und Richtigkeit
dieser Informationen.
Jürgen Buchert
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